Motoren & Anleger für Wassertourismus-Projekt

Rat bewilligt weitere Ausgaben / Sietland muss Rückforderungen leisten

 

Ihlienworth (es). Die Gemeinde Ihlienworth hat kein Geld - die Samtgemeinde Sietland eigentlich auch nicht. Dennoch: Der Samtgemeinderat will weitere Finanzmittel für die Wassertourismus-Entwicklung in der Sietland-Gemeinde zur Verfügung stellen.

Erst am Himmelfahrtstag war der (offizielle) Startschuss für das Wassertourismus-Projekt in Ihlienworth gegeben worden, in dessen Rahmen drei „Sietlandkähne" angeschafft worden sind. Doch es gibt ein Problem: Da sich gezeigt hat, dass das geplante „Staken" angesichts des schlammigen Untergrunds und der relativ großen Wassertiefen nur mit erheblichem Kraftaufwand möglich ist, sollen Außenbordmotoren angeschafft werden. Die Gemeinde Ihlienworth möchte die Motoren gern anschaffen, doch dort fehlt das Geld. Beim Etat der Samtgemeinde ist die Verwaltung dagegen fündig geworden und hat ein Einsparpo-tenzial entdeckt. Durch diese Einsparung könnten - so die Verwaltung - die drei Motoren für rund 5000 Mark beschafft werden. Doch ist der Einsatz der Benzinmotoren überhaupt erlaubt? „Ja", meinte Samtgemeindebürgermeister Hans-Dieter Hoffmeister auf der Ratssitzung in dieser Woche: „Es liegt eine vorläufige Genehmigung des Landkreises vor." Die Motoren sind nicht die letzten Ausgabeposten. Zehn Bootsanleger sind bereits im Zuge des Wassertourismus-Vorhabens gebaut worden; zwei weitere kommen jetzt hinzu. Kostenpunkt: rund 16 000 Mark. Die Anleger sollen am Schöpfwerk gebaut werden, wo eine Ihlienworther Familie einen Boots- und Fahrradverleih betreiben möchte. Das Geld soll ebenfalls durch Einsparungen im Samtge-meinde-Etat aufgebracht werden. Samtgemeinde wird mit Rückforderungen konfrontiert • Um ganz andere Summen ging es dagegen bei den hartnäckigen Nachfragen des SPD-Ratsherren Bernd Siering (Ihlienworth). Er bezog sich auf ein Protokoll des Samtgemeindeausschusses, in dem von Rückzahlungen der Samtgemeinde Sietland in Höhe von rund 180 000 Mark die Rede gewesen sei. Dabei solle es sich um Beträge aus dem Sozialbereich handeln. Der amtierende Verwaltungschef Maik Schwanemann wollte im Hinblick auf die Einbindung der Bezirksregierung in diese Angelegenheit keine näheren Angaben machen und verwies lediglich darauf, dass mit dem Landkreis vereinbart worden sei, die Rückforderung mit den „Quartalsabrechnungen" der Sozialhilfe abzugelten. Bürgermeister Hoffmeister erklärte, dass dies kein spezielles Problem der Samtgemeinde Sietland sei, sondern dass „alle 13 Kommunen im Landkreis Cuxhaven Rückforderungen leisten müssen". Anschließend brach er die Diskussion ab und verwies auf nähere Erläuterungen im nicht öffentlichen Teil (die NEZ wird noch berichten). Bernd Siering verlangte aber noch zu weiteren Punkten nähere Informationen. Dabei ging es neben geplanten Ausgaben für ein Archiv auch um die mehrfach kritisierte Büromöbel-Ausstattung für das Rathaus (die NEZ berichtete). Maik Schwanemann erläuterte in diesem Zusammenhang, dass er vom Landkreis Cuxhaven um eine Stellungnahme zur Möbel-Investition gebeten worden sei. Eine schriftliche Aussage der Kommunalaufsicht zu diesem Punkt habe es jedoch noch nicht gegeben: „Da ist noch etwas in Gange." Abgeschlossen ist aus Sietländer Sicht dagegen die Trägerschaft für die Sozialstation Am Dobrock/ Sietland: Ab 1. November übernimmt das Hadler DRK die Station. Der Samtgemeinderat stimmte einer entsprechenden Regelung zu. Da die Rücklagen der Sozialstation zwischen den Samtgemeinden Am Dobrock und Sietland aufgeteilt werden, kündigte Hans-Dieter Hoffmeister an, dass die Samtgemeinde Sietland noch einen „namhaften Betrag" erhalten werde. Konkretere Angaben gab es dazu nicht. Nach NEZ-Informationen wird die Samtgemeinde aber allein in diesem Jahr eine erste Rate von 250 000 Mark erhalten, während die Samtgemeinde Am Dobrock 500000 Mark erwartet. Die Restsumme soll in einem zweiten Schritt überwiesen werden. Insgesamt hat die Sozialstation rund eine Million Mark auf der hohen Kante.

© by S.Stüve 30.05.01
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