Der Verkehr kann wieder rollen

Am 17.04 ist der Neubau der Landmarkmühlenbrücke
über den Hadelner Kanal freigegeben worden

da stehen immer wieder die Verkehrten und ernten die Lorbeeren

BüIkau (ur). Das "Drei-Ländereck" hat wieder eine feste
Verbindung. Seit gestern ist die neu errichtete Landmarkmühlenbrücke
über den Hadelner Kanal zwischen Ihlienworth und Osterbruch auf der
einen und Bülkau auf der anderen Seite für den Verkehr freigegeben.


Rechtzeitig vor dem Ende der Osterferien durchschnitten gestern die Landtagsabgeordnete Birgit Meyn-Horeis, Sietlands Samtge-meindebürgermeister Hans-Dieter Hoffmeister und Osterbruchs Bür-germeister Karl-Heinz Kraack das rote Band zur Einweihung des Bau-werks. Die Bauzeit für die Stahlbe- tonbrücke, die von der Hechthause-ner Baufirma J.D. Hahn im Auftrag der Stader Betriebsstelle des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft und Küsten-schutz (NLWK) errichtet wurde, betrug nur gut sechs Monate. Der planerische Vorlauf dauerte aller-dings wesentlich länger, wie NLWK -Betriebsstellenleiter Heinrich Pudi-mat bei der Einweihung erklärte. Das lag zunächst daran, dass die Ausschreibung Ende 1999 aufgeho-ben werden musste, weil die Bau-kosten höher lagen als die zur Ver-fügung gestellten Mittel, außerdem war ursprünglich eine Radweg-brücke geplant. Allerdings waren die drei beteiligten Samtgemeinden nicht in der Lage, ihren Anteil ge-genzufinanzieren und zogen ihre Mittelzusagen notgedrungen zurück.

Alte Trogbrücke abgebrochen

Übrig blieb eine 17 Meter lange Stahlbetonbrücke mit einer 3,20 Meter breiten Fahrspur, die voll- ständig vom Land Niedersachsen

 

finanziert wird. Die Gesamtkosten für das Bauprojekt betragen etwa eine Million Mark. Und so begann die Baufirma Hahn unter Regie von Tiefbauingenieur Klaus Rieckmann im Oktober 2000 mit den Arbeiten. Zunächst einmal musste das 66 Jahre alte Brückenbauwerk wei-chen.Die 1935 erbaute Trog-brücke war in den vergangenen Jahren zusehends verfallen, ihre Tragkraft sank mit dem Zahn der Zeit von 30 auf sechs Tonnen. 230 Tonnen Beton und Stahl wurden abgebaut. Zu diesem Zweck wurde der Hadelner Kanal tagelang für die Schifffahrt gesperrt. Die ostfriesi-sche Firma Busker zersägte die alte Brücke regelrecht mit großen Schneidegeräten. Die Stader Firma Buchen transportierte die Abbruch-reste nach Düdenbüttel, wo sie bei der Firma Heidemann recycelt wur-den. Den Bauarbeiten an der neuen Brücke setzte das eisige Winter-wetter enge Grenzen. Die Herstel -lung der beiden Widerlager ließ sich deshalb vor Ende des vorigen Jah-res nicht mehr realisieren. Gleich-wohl wurde an der Landmarkmüh-lenbrücke noch bei Temperaturen um null Grad bei schneidendem Ostwind eingeschalt, bewehrt und betoniert. Als sich das Wetter im Januar vorübergehend beruhigte, wurde die Gelegenheit genutzt, um die Widerlager bis zum Zeitpunkt der Fertigmontage fertig- zustellen.

 

Stabilität für Jahrzehnte

Noch vor dem Jahreswechsel waren auf dem Lagerplatz indessen die Brückenträger betoniert wor-den. Am 27. Februar konnten dann die als Fertigteile vorbereiteten Betonträger und die Brückenfahr- bahnplatten aufgelegt, ausgerichtet und vergossen werden. Auch hier musste der Verkehr auf dem Kanal kurzzeitig gesperrt werden. Die Montage erwies sich als wahre Millimeterarbeit, bis sich 34 Kubik-meter Beton und zusätzlich 15 Ton-nen Betonstahl passgenau ineinan-derfügten, um der neuen Brücke für die nächsten Jahrzehnte die nötige Stabilität zu verleihen. So wurden die beiden jeweils 23,5 Tonnen schweren Längsträger für die neue Kanalbrücke per Kran genau fixiert. Schließlich erfolgte nach Aushärtung des Betons die Abklebung der Brückenfahrbahn mit dem Einbau des zweilagigen Gussasphalts. Dies war der vorläufig letzte Akt vor dem Fertigstellungstermin, der auf den 15. April festgelegt worden war. Da an diesem Tag allerdings der Oster-hase dazwischen kam, fand die Freigabe des Straßenverkehrs am gestrigen Werktag statt. Damit haben die Umwege, die Schüler, Milchwagen, Landwirte und Anlie-ger seit Oktober in Kauf nehmen mussten, ein Ende.
 

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