Eine Windmühle auf Reisen


 
So verrottete die alte Muehle vor sich her ...
 

Die letzte ihlienworther Windmühle, die bis 1994 als Ruine am Westerende stand, hat in Ostfriesland einen neuen Standort gefunden. Am vergangenen Sonnabend würde die Mühle, die in Einzelteilen in die Ortschaft Westeraccum transportiert und dort restauriert worden war, festlich eingeweiht.
Über 100 Jahre war sie markantes Wahrzeichen im Westerende in Ihlienworth. Doch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Windmühle hier nicht mehr gebraucht und stand ohne Kappe und mit verrostetem blechgedeckten Achtkant nur noch nutzlos herum. Ein trauriger Anblick.

Deck auf der alten Heimat der Mühle

Der Ihlienworther Horst-Christian Deck kaufte damals das Land im Westerende, auf dem zufällig auch die heruntergekommene Windmühle stand. Schon als Kind hatte er in dieser Mühle gespielt und verbindet auch heute noch viele schöne Erinnerungen mit diesem Gebäude. Er entwickelte zahlreiche Ideen und Pläne, wie die Mühle restauriert und verwendet werden könnte. Jedoch sei dies mit viel Geld verbunden gewesen und Kommune und Landkreis zeigten kein Interesse.
Deck wandte sich an den Mühlenverband Niedersachsen und wurde an den „Mühlenfreund" Onno Poppinger aus Westeraccum verwiesen, dessen Mühle gerade abgebrannt war. Poppinger hielt diese im Westerende stehende Mühle als geeignet und erwarb sie.
1994 wurde die Windmühle in ihre Einzelteile zerlegt und mit mehreren Lastwagen nach Ostfriesland gefahren. „Für mich war es ein sehr komisches Gefühl, als sie abgebaut wurde", gibt Deck zu. Doch die Hoffnung, dass die Mühle restauriert und wiederaufgestellt werde, tröstete ihn damals.

Hier steht sie wieder in alter Schönheit

Nun acht Jahre später wurde die erneuerte Mühle am vergangenen Sonnabend festlich in Westeraccum eingeweiht. Horst-Christian und seine Ehefrau Regina Deck ließen sich diese tolle Gelegenheit nicht nehmen und folgten ihrer Einladung.
Auch zahlreiche interessierte Einwohner kamen und beobachteten, wie sich zum ersten Mal nach langer Zeit die neuen Flügel (Durchmesser 24 Meter) der Mühle drehten. „Es war überwältigend zu sehen, dass diese schöne Mühle jetzt wieder ihren Zweck erfüllt", meinte der Ihlienworther. Wahrscheinlich sollen die Räumlichkeiten zukünftig für kulturelle Veranstaltungen und für Festlichkeiten genutzt werden, ergänzt er.
Er könne jedem, der sich für die Mühle interessiert, nur empfehlen, einen Tagesausflug zur ehemaligen ihlienworther Mühle zu unternehmen.

© by S.Stüve 20.09.02
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