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Pilotprojekt in der Samtgemeinde Sietland:
Ab dem 4. November soll hier nämlich ein kombiniertes
Post- und Bürgerbüro eingerichtet werden.
Der Samtgemeinderat stimmte in dieser Woche den Planungen der
Verwaltung zu, die das Projekt forcieren will und sich davon
zahlreiche Vorteile für die Bürger verspricht.
Auslöser für dieses Vorhaben ist die Ankündigung des Inhabers
des Ihlienworther Edeka-Marktes, die dort seit Jahren
untergebracht Postagentur nicht weiter zu betreiben. Eine
private Nachfolgeregelung war nicht in Sicht, sodass
kurzfristig der Abbau der Postleistungen auf ein absolutes
Minimum drohte.
Doch jetzt springt die Verwaltung ein, die die Agenturleistungen
übernimmt und gleichzeitig ein Bürgerbüro einrichtet, das
deutlich längere Öffnungszeiten hat und sogar an einigen
Samstagen erreichbar ist.
Der räumliche Dreh- und Angelpunkt des Projektes ist die Alte
Meierei, wo im Erdgeschoss auch die Tourismuszentrale
untergebracht ist. Eine Zentrale, die bislang nur sehr
eingeschränkte Öffnungszeiten hat und jetzt eine deutliche
Aufwertung erfahren soll.
Vorgesehen ist eine Verknüpfung dieser Zentrale mit der
Postagentur und dem Bürgerbüro. Neben der Erledigung der
Postleistungen und der Vermittlung des touristischen
Angebotes des Sietlandes an die Gäste soll über das Bürgerbüro
der Verwaltungsservice für die Bürger und Bürgerinnen
ausgedehnt werden.
Für einfache Verwaltungsvorgänge - zum Beispiel das Aushändigen
von Anträgen für das Ausstellen des Personalausweises sowie
für die Erhebung der Hundesteuer, aber auch für das Verteilen
der Gelben Säcke - soll künftig täglich das Bürgerbüro zwischen
8 und 17 Uhr geöffnet sein. „Und das ohne Mittagspause", so Brauer
auf der Samtgemeinderatssitzung. Damit nicht genug: Auch während
des Landfrauenmarktes und damit auch an zahlreichen Samstagen
schwebt Brauer dieses Dienstleistungsangebot vor. Damit werde ein
deutliches Zeichen gesetzt, dass „in besonderem Maße der
Dienstleistungscharakter der Samtgemeindeverwaltung verwirklicht"
werde.
Mehr Bürgernähe, aber auch höhere Kosten?
Wenn Brauers Rechnung aufgeht, dann wird dieses zusätzliche
Angebot die Samtgemeinde nicht einen Cent kosten, sondern
möglicherweise sogar noch einen Uberschuss einbringen: „Das", so
Brauer, „haben wir sicher durchgerechnet."
Noch unsicher ist Brauer jedoch bei der Besetzung einer
zusätzlichen Stelle. Gesucht wird eine flexible Person, die
für insgesamt 50 Arbeitstage einspringt, wenn die
Verwaltungsangestellten ihren Dienst im Bürger- und Postbüro
nicht antreten können. Bernd Siering (SPD) meldete auf der
Ratssitzung Bedenken an: „Glauben Sie wirklich, dass Sie dafür
jemanden finden."
„Normalerweise wird doch privatisiert..."
Ob diese Stelle schnell besetzt werden kann, ist also noch nicht
geklärt. Doch das Projekt soll auf jeden Fall am 4. November
starten. Eine entsprechende Schulung durch die Post soll in den
kommenden Tagen erfolgen. Insgesamt drei Verwaltungskräfte sind
dafür nach Brauers Angaben vorgesehen.
Mit einem entsprechenden Votum des Rates erhielt Brauer für die
Umsetzung seiner Planungen jetzt freie Hand.
Für den Wannaer Ratsherren Günter Schult bleibt bei aller Euphorie
des Samtgemeindebürgermeisters jedoch noch ein fader Beigeschmack.
„Normalerweise" werde bei den Postdienstleistungen doch
privatisiert. „Hier ist es aber umgekehrt - da springt die Kommune
ein."
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