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50 Stundenkilometer ist die Höchstgeschwindigkeit innerhalb
geschlossener Ortchaften. Eigentlich. Doch viele Autofahrer
nehmen es damit nicht so genau - zum Beispiel bei uns. Die
in weiten Teilen schnurgerade und gut ausgebaute Ortsdurchfahrt
verleitet zum Rasen - zum Leidwesen der Anlieger. Die wehren
sich jetzt.
Über 260 Unterschriften haben Katharina Tiedemann und ihre
Mitstreiter seit September vergangenen Jahres gesammelt. Sie
fordern bauliche Maßnahmen, damit die Autofahrer auf die Bremse
treten und sich an die Vorschriften halten. „Die Ortsdurchfahrt
lädt förmlich zum Rasen ein", sagt Anwohnerin Marlis
Bruns-Hoffer. Sie und die anderen fürchten vor allem um die
Sicherheit der Kinder und der Bewohner des Altenheims.
Katharina Tiedemann, die in der Nähe der scharfen Kurve am
Ortsausgang Richtung Steinau wohnt, hat oft beobachtet, wie
Autofahrer mit zu hoher Geschwindigkeit in der Kurve die
Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren und dann gegen Zäune und
Mauern schleuderten. Trauriger Höhepunkt war im vergangenen
Oktober ein Unfall, bei dem sich ein Wagen sogar überschlug.
Unfallursache: überhöhte Geschwindigkeit. Glücklicherweise kam
es dabei bislang nicht zu ernsthaften Personenschäden.
„Wenn meine Kinder später alleine entlang dieser Straße zur
Schule gehen, habe ich Angst", sagt sie. „Ihr Schulweg ist
überhaupt nicht sicher." Und wenn nachmittags die Schulbusse in
Ihlienworth hielten, sei die Situation besonders gefährlich.
Johann Hauschild, geplagter Anwohner, meint: „Der Leidensdruck
ist da."
Der Forderungskatalog der Initiative ist lang. Neben optischen
Einengungen an den Ortsdurchfahrten - so wie zum Beispiel in
Mittelstenahe - wünschen sie sich auch Zebrastreifen oder
Verkehrsinseln als Querungshilfen.
Die gesammelten Unterschriften übergaben sie jetzt an Sietlands
Samtgemeindebürgermeister Dirk Brauer. Demnächst soll das Thema
Verkehrsbelastung auch auf der Tagesordnung des Gemeinderates
stehen. Allerdings kann der Rat nur eine Empfehlung abgeben. Denn
zuständig für die Ortsdurchfahrt ist das Straßenbauamt in Stade,
da es sich um eine Landesstaße handelt.
Brauer unterstützt das Anliegen der Hauptstraßen-Anrainer, warnt
allerdings vor zu großen Erwartungen. Auch beim Straßenbauamt
seien die Kassen bekanntlich leer. Trotzdem sei das Engagement
der Bürger sehr wichtig und er werde es nach Käften unterstützen.
Ein erster Schritt in diese Richtung ist bereits getan: Unabhängig
von den Maßnahmen des Straßenbauamtes will die Samtgemeinde eine
mobile Geschwindigkeitsmessanlage beschaffen. Auf einem großen
Display wird den Autofahrern die gefahrene Geschwindigkeit
angezeigt. Man hoffe auf die psychologische Wirkung, so Brauer.
Das Gerät solle aber nicht nur Ihlienworth, sondern allen
Mitgliedsgemeinden zugute kommen. Ein entsprechender Beschluss
sei bereits gefasst worden.
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