Im Kindergarten wird der
Nachwuchs gefördert und gefordert


 

„Pädagogische Erziehung hat das Ziel, sich entbehrlich zu machen. Hilf mir es selbst zu tun." - Mit diesem Leitsatz hatte bereits die Pädagogin Maria Montessori im Umgang mit Kindern großen Erfolg. Die Selbstständigkeit der Kinder zu fördern, aber auch ihren Gemeinschaftssinn ist das Ziel des Kindergartens Ihlienworth/Odisheim.


Memoryspiel
Beim Memoryspiel ist Konzentration gefragt

Der Tagesablauf ist ein tägliches Ritual zur Orientierung im Kindergartenalltag, wie die stellvertretende Leiterin Gerda Hillebrecht betont. Begonnen wird mit einem eineinhalbstündigen Freispiel, in dem die Kinder wählen können mit wem, was und wo sie spielen. „Wir arbeiten nach dem Situationsansatz," erklärt die Heilpädagogin Rita Lunden, „das heißt, dass wir dem Kind 'folgen', um die Ideen der Kinder aufzunehmen und aus unseren Beobachtungen entsprechende Angebote bzw. Projekte abzuleiten." Danach trifft man sich zum Morgenkreis in der Basisgruppe. Hier finden Gruppengespräche, Lieder und Spiele, sowie das gemeinsame Frühstück statt.


Gruppenraum
Gemeinsames Spielen im Gruppenraum

Bei den anschließenden Angeboten und Projekten ist es den Erzieherinnen wichtig den Kindern ihr Umfeld näher zu bringen und dieses mit ihnen zu erkunden. Unter anderm wurden schon der Bäcker und die Gemeinde besucht oder auch ein Bauernhof Odisheim.
Der Tagesablauf endet mit der Leserunde gegen Mittag. „Wir legen sehr viel Wert darauf, dass die Kinder an das Lesen herangeführt werden", sagt Gerda Hillebrecht. Schon die Kleinsten üben durch das Anschauen und Erklären von Bilderbüchern die Sprachfähigkeit.


Spielhaus
Das Spielhaus dient als Rückzugsraum

Zur Zeit werden 64 Kinder vormittags in drei Gruppen von sieben pädagogischen Kräften betreut. Eine der Vormittagsgruppen ist eine Integrationsgruppe. „Es ist uns ganz wichtig, dass wir ein Haus für alle Kinder sind. Das heißt, wir nehmen alle Kinder auf, auch Schwerstbehinderte", erklärt Gerda Hillebrecht. Entsprechende bauliche Maßnahmen wurden in dem im September 1998 fertiggestellten Gebäude gleich mit eingeplant. Täglich gibt es wechselnde Angebote für die Gruppe. In der angrenzenden Turnhalle der Gemeinde findet die psychomotorische Therapie statt und in der Reithalle die Hypotherapie - „Sinneswahrnehmung auf dem Pferd", wie die Heilpädagogin erklärt. Die Therapeuten, unter anderem Logopäden und Ergotherapeuten, kommen ins Haus und werden ins Gruppengeschehen mit einbezogen.


Ballbad
Im Ballbad können sich die Kinder ordentlich austoben

Träger des Kindergartens ist die Samtgemeinde Sietland. Besonders stolz sind die Erzieherinnen, dass der Kindergarten „Teil der Gemeinde ist", wie Rita Lunden sagt. Geschäfte und Vereine unterstützen den Kindergarten materiell und ideel. Die Gemeinde hat extra ihren Haushalt erweitert, damit Therapiematerial für die Integrationsgruppe angeschafft werden kann. „Und wir dürfen alles nutzen", sagt Rita Lunden, „über die Turnhalle und Reithalle bis zum Videorekorder der Schule."

© by S.Stüve 16.02.03
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