Recyclingkunstausstellung „Re-Art One" soll stattfinden
Samtgemeinderat votiert einstimmig dafür


 

Das Sietland als Ort für eine große Kunstausstellung? Zugegeben, die Vorstellung fällt etwas schwer. Doch sie könnte Wirklichkeit werden: Der Sietländer Samtgemeinderat hat jetzt seine Zustimmung gegeben, die Kunstausstellung „Re-Art One" nach Ihlienworth zu holen.
„Re-Art One" will Kunst im Kontext von Abfall und Recycling präsentieren - also Kunstwerke, die aus Abfallprodukten entstehen, wie zum Beispiel Skulpturen, Installationen oder Bilder. Rund 20 Künstler sollen, so sehen es die bisherigen Planungen vor, im Sommer kommenden Jahres bei einer großen „Recyclingkunstausstellug" ihre Werke in Ihlienworth und Umgebung zeigen. Als zentrales Gelände hat man sich das Areal samt Halle des ehemaligen Recycllngwerkes ausgeguckt.
Hinter der Aktion steht der Konzeptkünstler Samuel J. Fleiner aus dem badischen Wiesenbach. Er ist der Kurator der Ausstellung, für die er einen Ausstellungsort suchte. Die Samtgemeinde hat sich darum beworben und den Zuschlag bekommen. Der Kontakt sei vor mehr als einem Jahr per Internet entstanden auf Anregung von Petra Vooth von der Abfallberatung des Landkreises Cuxhaven, sagt Samtgemeindebürgermeister Dirk Brauer.
Inzwischen gibt es ein erstes, 21-seitiges Konzept zu der Ausstellung, dessen Erstellung durch Mittel von Bingo-Lotto gefördert wurde, Als Besucher haben die Ausstellungsmacher nicht nur die Hadler im Blick, sondern das ganz grosse Publikum. "Wir hoffen auf überregionales Interesse", sagt Brauer, der weiß, das dies kein einfaches Unterfangen sein wird. Es sei aber Kunst, mit der jeder etwas anfangen könne Einen prominenten Schirmherren hat man indes schon gefunden: Niedersachsens Umweltminister Hans Heinrich Sander hat zugesagt.

ehemalige Recyclinghalle
Noch kann man es sich noch nicht so ganz vorstellen: Das ehemalige Recyclingwerk soll zentrales Gelände für die Kunstausstellung „Re-Art One" werden.

"Ausstellungs-Kurator" Fleiner ist bereits mehrfach mit aufsehenerregenden Aktionen in das Blickfeld der Öffentlichkeit getreten. Erst vor wenigen Tagen ging seine Ausstellung mit dem Titel „Aus-ge-Buch-t und Neu ent-bun-den" in der Bonner Bundeskunsthalle zu Ende. Hier wurden Objekte gezeigt die Reiner aus Büchern hergestellt hat: Leselampen, Büchertische, Lesesessel und Plastiken mit Titeln wie „Mängelexemplar" oder „Spannungsbogen". Aufsehen erregte er mit Aktionen wie einem Konzert für Holz- und Forstmaschinen oder der Performance „Fahrzeugzerlegung am Busbahnhof - eine Metamorphose". Bei „Re-Art One" will Fleiner Werke der Reihe „Aus-ge-Buch-t und Neu-ent-bunden" ausstellen und ein „Ballett für Kehrmaschinen und Entsorgungsfahrzeuge" aufführen. Außerdem hat er bereits eine ganze Reihe anderer Künstler aus ganz Europa kontaktiert, die ihre Werke in Ihlienworth ausstellen könnten. Alle arbeiten ebenfalls mit Recyclingmaterialien und haben zum Teil bereits ihre Bereitschaft signalisiert, ins Sietland zu kommen. Eigentlich soll die Ausstellung im kommenden Jahr stattfinden. Einen Haken gibt es an der Geschichte allerdings: Es fehlen noch Spenden- und Sponsorengelder, mit denen die Aktion finanziert werden soll. Von deren Aufkommen hängt es ab, ob, wann und wie groß die Kunst im Sietland ausfallen wird. Möglicherweise wird die ganze Aktion auch um ein Jahr verschoben - wenn man nicht genug Geld zusammen bekommt.

Keine Kosten für die Samtgemeinde

Träger des Ganzen ist der gemeinnützige ;Verein für Kunst, Gesundheit und Bildung". „Wir als Samtgemeinde sind daran nicht beteiligt", sagt Samtgemeindebürgermeister Dirk Brauer. Man unterstütze „Re-Art One" nach allen Kräften, so zum Beispiel bei der Sponsorenwerbung - schließlich ist die Samtgemeinde Mitinitiator und hat das Projekt angeschoben. Finanzielle Verpflichtungen gehe man aber keinesfalls ein, denn so etwas könne man sich gerade in diesen Zeiten nicht erlauben. Unter genau dieser Bedingung hatte sich am Dienstag auch der Samtgemeinderat einstimmig für die Aktion ausgesprochen.

© by S.Stüve 20.12.03
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