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Die Ferien-Idylle scheint perfekt: Auf der Weide grasen Pferde, der Wind rauscht
leise in den Bäumen, außer Vogelgezwitscher hört man nur ab und zu mal ein Auto
auf der Straße. Wenn es nach dem Willen des Ihlienworther Gemeinderates geht,
könnte hier am Ihlienworther Mühlenweg ein Ferienhausgebiet entstehen. Doch das
Projekt ist noch mit vielen Fragezeichen versehen.
Da die Planungen - obwohl schon lange immer wieder diskutiert - noch am Anfang
stehen, konnte Gemeindedirektor Dirk Brauer auf der Ratssitzung am Montag mit
wenig konkreten Fakten aufwarten. Der Stand: Auf einem rund drei Hektar großen
Areal südlich des Mühlenweges und parallel zur Straße „Straßdeich" soll ein
Ferienhausgebiet mit 20 Häusern entstehen. Es soll Plätze für Wohnmobile und
eine Ecke zum Zelten geben, außerdem einen Grillplatz. Mit einem Stichkanal soll
das Gebiet an die Straßdeichwettern angebunden werden - Anschluss zum Wassertourismus
der Sietland-Gemeinde. Der Haken an der Geschichte: Es fehlt am Geld. Auch ein
Investor ist bislang noch nicht in Sicht.
Das war denn auch der Punkt, mit dem einige Ratsmitglieder so ihre Schwierigkeiten
hatten. Einerseits sei ein Ferienhausgebiet zweifelsohne wünschenswert. Der
Bedarf sei da, sagte Brauer. Bislang seien Unterbringungsmöglichkeiten für
Übernachtungsgäste in Ihlienworth nur spärlich gesät. Andererseits: Schon die
Bauleitplanung verschlingt eine beträchtliche Summe. Inklusive Nebenkosten sind
dafür mehr als 6000 Euro fällig. Was ist, wenn sich am Ende der Planung herausstellt,
dass das Ferienhausgebiet sich wegen Finanzierungsproblemen gar nicht umsetzen lässt?
Soll man deswegen diese Summe „in den Sand setzen", wie es ein Ratsmitglied formulierte?
Außerdem belasten weitere Projekte die Gemeindekasse: Das Amt für Agrarstruktur hat
das beantragte Flurbereinigungsverfahren in Gang gesetzt und auch im Baugebiet
Ihlienworth-West muss noch investiert werden. Alles in allem eine Rechnung mit
vielen unbekannten Größen. Bei der SPD war die Sache schnell klar: „Wir sollten
das jetzt durchziehen - auch wenn die Sache viel Geld kostet", sagte Hermann
Mahler. Auch sein Fraktionskollege Bernd Siering warb für „Nägel mit Köpfen":
„Wenn wir jetzt nicht loslegen, haben wir wieder ein Jahr verloren." Außerdem
habe es in dieser Angelegenheit bereits einen eindeutigen Beschluss des
Verwaltungsausschusses dafür geben. Heiko Adami (CDU) wollte sich damit
nicht anfreunden. „Es fällt mir schwer, da zuzustimmen. Wir können nicht mit
dem Geld umher werfen." Gemeindedirektor Brauer - obwohl auch Befürworter des
Projektes, trat in der Diskussion ebenfalls ein wenig auf die Euphorie-Bremse. Man
müsse auch an die Folgekosten denken. „Wir reden da über viele hunderttausend Euro,
die investiert werden müssen, wenn das Gebiet so umgesetzt wird." Falls sich am
Ende der Bauleitplanung herausstellen sollte, dass man aus finanziellen Gründen
die Ferienhäuser nicht bauen könne, seien die Planungskosten vergeblich aufgewendet
worden. Andererseits: „Wir dürfen das Projekt jetzt bloß nicht beerdigen." Für den
Tourismus sei es von großer Wichtigkeit.
Sein Kompromissvorschlag, auf die Verabschiedung eines Nachtragshaushaltes erst
einmal zu verzichten und nur einen Teil des Planungsauftrags zu vergeben, lehnte
Bürgermeister Hans-Dieter Hoffmeister ab. „Das geht mir nicht weit genug."
Eine Abstimmung kam erst nach einer fünfminütigen Sitzungsunterbrechung zu Stande,
die die CDU beantragt hatte. Mit zwei Gegenstimmen wurde der Planungsauftrag erteilt.
Heiko Adami und Manfred Wisch stimmten dagegen. Einstimmigkeit herrschte allerdings,
als im Anschluss der nötige Nachtragshaushalt von 10 000 Euro verabschiedet wurde.
Das jetzt in Auftrag gegebene Bauleitverfahren und die nötige Änderung des
Flächennutzungsplans auf Samtgemeinde-Ebene dauern etwa ein Jahr. Nach Abschluss
des Verfahrens könnte die Gemeinde mit den Erschließungsarbeiten beginnen - wenn
genug Geld da ist. Die Kosten dafür stehen zurzeit noch nicht fest. Brauer prüft,
ob es dafür möglicherweise Fördermittel gibt.
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