Die ersten Loren auf das Gleis gesetzt

Moorbahn-Projekt in Wanna auf dem Weg zur Fertigstellung
Öffentliche Fahrten erst für das kommende Jahr geplant



In den Werkstätten Ihlienworther Firmen entstanden die Besucherloren, die erste wurde gestern zur Moorbahn gebracht.
 

Bei ihrer ersten Probefahrt konnten die neuen Loren der Moorbahn in Wanna gestern ihre Wetterfestigkeit unter Beweis stellen: Es schüttete heftig, als Mitarbeiter der Samtgemeinde den ersten Wagen auf die Gleise setzten. Insgesamt besteht der Fuhrpark der Bahn aus zehn Waggons, von denen zwei behindertengerecht ausgebaut worden sind. So können auch Rollstuhlfahrer zukünftig ins Moor gelangen.
Mit der Auslieferung der massiven Besucherloren - die Fahrgestelle wurden einst zum Munitionstransport verwendet und sind daher besonders stabil und kippsicher - ist ein weiterer Schritt zur Fertigstellung der Moorbahn eingeleitet: Es geht in die letzte Phase, bevor voraussichtlich Ende des Monats die ersten nicht öffentlichen Probefahrten anstehen. Der Bahnhof ist im Wesentlichen fertig gestellt, die Gleise liegen. Lediglich im Sanitärbereich wird noch verputzt und gefliest. Diese Restarbeiten fallen allerdings nicht mehr unter die zeitliche Begrenzung, die durch die befristeten Fördergelder vorgegeben war, sagt Samtgemeindebürgermeister Dirk Brauer.
Zuletzt hatte das Bauvorhaben unter Zeitdruck gestanden, da Fördermittel an eine Fertigstellung bis zum 15. Juli gekoppelt waren.
Hinter dem alten Torfwerksgebäude ist in den vergangenen Wochen ein großer Parkplatz entstanden. Der Boden wurde ausgekoffert, damit das Gelände auch als entsprechend tragfähiger Buswendeplatz dienen kann. Jetzt werden noch weitere Pkw-Stellflächen hinzukommen. Auch im Torfwerksgebäude selbst, dem zukünftigen Moorinformationszentrum, wird rege gearbeitet: Ein Anbau ist bereits verschwunden, nun geht es ans Entkernen. „Wir haben einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn genehmigt bekommen", so Brauer. Durch den rechtzeitigen Beginn wolle man verhindern, dass es erneut zu zeitlichen Engpässen wie im Falle des rund 100 000 Euro teuren Bahnhofs komme. Die Arbeiten werden derzeit von zwei Mitarbeitern der Gemeinde sowie ABM-Kräften ausgeführt.
Abgeschlossen - von Anpassungsmaßnahmen einmal abgesehen ist die Verlegung der Gleise. Hier war es zu Stockungen gekommen, da ein Teil der vorhandenen Schienen sich unverhofft als unbrauchbar herausgestellt hatte und ersetzt werden musste. Nachschub kam hier vom ehemaligen Torfwerk Meiners in Steinau.


Ein Bauschild weist jetzt auch an der Straße auf das Moorbahn-Projekt hin. Am alten Torfwerksgebäude haben die Umbauarbeiten begonnen.

Da das Interesse der Öffentlichkeit an der Moorbahn so groß sei, habe man sich entschlossen, auch Bauschilder aufstellen zu lassen, so Brauer. Zwei Tafeln weisen jetzt schon an der Straße auf das Vorhaben hin. Bei der Gemeinde gehen derweil immer mehr Anfragen von Interessierten ein, die bereits erste Fahrten buchen wollen. Sie müssen sich allerdings noch etwas gedulden: Die Öffentlichkeit wird in den Ahlener Moorexpress erst im kommenden Jahr einsteigen können - wenn die Strecke und die Fahrzeuge von der Landeseisenbahnaufsicht abgenommen sind.
Deren Anforderungskatalog ist lang und manches Detail wirkt für Außenstehende nicht ganz nachvollziehbar. So ist die Lokomotive mit Licht auszustatten - obwohl sie nur tagsüber fährt. Und auch die „Bahnübergänge" müssen in Zukunft beschildert werden.

© by S.Stüve 17.08.04
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