Samtgemeinde wird Stromproduzent
Photovoltaik-Projekt in den Sietländer Haushalt aufgenommen
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Wenn es auf der Einnahmeseite einer Kommune hapert, muss man sich etwas einfallen lassen, um zu Geld zu kommen. Und da Lottospielen nicht in Frage kommt, muss es etwas sein, was dauerhaft und sicher Einkünfte abwirft. Zum Beispiel Sonnenenergie. Über geeignete Dächer, auf denen die Kollektoren installiert werden können, dürfte eine Samtgemeinde reichlich verfügen. Das Erneuerbare- Energien-Gesetz garantiert eine Vergütung über 20 Jahre. Und auch danach dürfte die Solarstrom-Produktion ein hübsches Sümmchen abwerfen, weil es kaum zu erwarten ist, dass der Strompreis langfristig dramatisch sinkt. Diese Perspektive erschien der Samtgemeinde Sietland zu attraktiv, um nicht in Betracht gezogen zu werden. Noch ist nichts abschließend und im Einzelnen entschieden, doch hat das Vorhaben generell schon einmal Eingang in den Haushaltsplan für 2005 gefunden, der von den Ratsmitgliedern in dieser Woche verabschiedet wurde. Zu Beginn des Jahres muss über Kollektoren entschieden sein
Spätestens zu Beginn des kommenden Jahres muss allerdings eine Entscheidung darüber fallen, auf welchen Dächern im Sietland wie viele Kollektoren angebracht werden sollen, um nicht Zeit und am Ende auch Geld zu verlieren, denn die Uhr für die garantierte Einspeisevergütung läuft rückwärts. 500 000 Euro Nettoinvestition müssten zunächst einmal für das Vorhaben nach dem von der Verwaltung vorgestellten Modell aufgebracht werden. Drei Viertel der Summe würden durch ein Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) abgedeckt. Der Charme der Vorstellung von der Kommune als Stromunternehmer steckt unter anderem darin, dass in den ersten drei tilgungsfreien Betriebsjahren ein erheblicher Überschuss erzielt werden kann, der dem Vermögenshaushalt der Samtgemeinde zur Rücklagenbildung zugeführt würde. Aber auch in den weiteren Jahren würden sich die Photovoltaik-Anlagen rentieren. „Wir haben mit unserem Berechnungsmodell der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung zunächst ein sehr vorsichtiges Szenario dargestellt, das die ungünstigsten Konditionen einbezieht", so Samtgemeindebürgermeister Dirk Brauer, der bei der Vorstellung des Vorhabens auch in einige skeptische Mienen unter den Ratsmitgliedern blickte. Einspeisung des Stroms ins Netz noch ungeklärt
Bislang ungeklärt sei die Frage der Übergabe der produzierten Energie an den Versorger. Zum anderen werde noch über die günstigste Finanzierungsmethode nachgedacht. Dem Rat wird in dem Augenblick, in dem die Umsetzung ansteht, Gelegenheit gegeben, über die Photovoltaik jeweils förmliche Einzelbeschlüsse zu fassen. |