Tierpension brannte bis auf die Grundmauern nieder

Zahlreiche Tiere starben in dem brennenden Gebäude
Fünf Wehren mit rund 80 Einsatzkräften waren im Einsatz


die feuerwehr im aussichtslosen kampf
Das Gebäude wurde ein Raub der Flammen. 80 Wehrleute waren
gestern Mittag in Ihlienworth am Hadelner Kanal im Einsatz.

 

Dramatischer Feuerwehreinsatz in Ihlienworth-Mislag: Ein Wohnhaus mit Wirtschaftsteil direkt am Kanal wurde gestern in den Mittagsstunden ein Raub der Flammen. Trotz des Einsatzes aller vier Sietländer Feuerwehren sowie der Bülkauer Wehr brannte das Gebäude bis auf die Grundmauern nieder. Besonders tragisch: Nicht alle Tiere konnten aus dem als Hundepension genutzten Gebäude gerettet werden. „Die ersten Feuerwehrmänner am Ort schafften es noch, Tiere heraus zu tragen, doch dann wurde es zu gefährlich", sagte Einsatzleiter Ewald Tiedemann aus Steinau (stellvertretender Gemeindebrandmeister). Die fünf Wehren aus Ihlienworth, Steinau, Odisheim, Wanna und Bülkau wurden 11.48 Uhr alarmiert, die Ihlienworther waren zuerst auf dem abgelegenen Grundstück am Hadelner Kanal.


Die Tiere, hier die Bobtails, waren sichtlich verstört.

Rund 80 Feuerwehrleute, darunter 20 Atemschutzträger, bemühten sich, das Ausbreiten der Flammen zu verhindern. An Wasser mangelte es nicht bei dem Anwesen am Kanal. Einsatzleiter Tiedemann und Brandschutzabschnittsleiter Otto Schlichtmann zollten den Männern ob des Einsatzes „großen Respekt". Die Besitzerin stand sichtlich unter Schock, wurde von Sanitätern und hinzugerufenem Notarzt betreut. Sie musste nicht nur miterleben, dass ihr Wohnhaus niederbrannte, sondern auch, dass nicht alle Tiere aus den Flammen gerettet werden konnten und qualvoll verbrannten. Um die geretteten Tiere kümmerten sich DRK-Sanitäter aus Ihlienworth und Steinau. Der hinzugerufene Tierarzt verwendete unter anderem Sauerstoffduschen. Allein über 30 lebende Hunde zählte die Feuerwehr nach dem dreieinhalbstündigen Einsatz. Viele Hunde überlebten das Großfeuer nicht. Nach Abschluss der Löscharbeiten zählte der Einsatzleiter allein zwölf tote Tiere vor dem Gebäude; die toten Tiere im Innern des Gebäudes kommen noch hinzu. Auch Waschbären, Vögel und Katzen sollen sich auf dem Grundstück befunden haben. Die Hunde im Außengehege, neben Pensionstieren auch eine Bobtail-Zucht der Besitzerin, waren angesichts der dramatischen Szenen, des Feuers, der Rauchentwicklung und der vielen Menschen sichtlich aufgeregt und mussten beruhigt werden.
Nach Angaben eines Augenzeugen muss sich das Feuer blitzschnell ausgebreitet haben. „Zuerst schlugen Flammen aus dem Dach. Es hat keine fünf Minuten gedauert, dann stand alles in Flammen." Die Polizei hat die Ermittlungen nach der Brandursache aufgenommen.

© by S.Stüve 22.06.05
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