Hannelore Blohm vertritt jetzt den Bürgermeister

Auch die Sietlandgemeinde Ihlienworth ist an der ILEK-Mitarbeit interessiert



Hannelore Blohm ist jetzt stellvertretende Bürgermeisterin in Ihlienworth,
Ralf Wiebold (2.v.r.) neuer Vorsitzender des Ausschusses Bau, Planung, Umwelt.

 

Die jüngste Sitzung des Gemeinderates Ihlienworth - sie stand im Zeichen von Neuwahlen, die durch den plötzlichen Tod des Mandatsträgers Heiko Adami erforderlich geworden waren. In einer Gedenkminute würdigte Bürgermeister H.-D. Hoffmeister noch einmal die Arbeit des Verstorbenen: „Heiko Adami hat sich für die Allgemeinheit tatkräftig eingesetzt; wir werden ihm ein dankbares Andenken bewahren."
Nach dem Vorschlagsrecht der CDU rückt nunmehr Hannelore Blohm in die Position der stellvertretenden Bürgermeisterin; in geheimer Wahl konnte sie acht Ja-Stimmen (dreimal wurde mit Nein gestimmt) auf sich vereinigen. „Ich wünsche mir eine gute Zusammenarbeit und werde mich bemühen, den Bürgermeister würdig zu vertreten", bedankte sich diese für den Vertrauensbeweis der Ratsmitglieder. Bei zwei Enthaltungen wurde sie zugleich auch als neue Beigeordnete benannt. Den Vorsitz im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss, auch dieser war neu zu besetzen, wird künftig Ralf Wiebold (CDU) führen; Heinz-Berthold Polley (CDU) rückt in den Ausschuss nach.
In seinen Mitteilungen wies Gemeindedirektor Dirk Brauer noch einmal auf die Kunstausstellung RE-ART ONe hin, deren Wiedereröffnung nun offiziell am 7. Juli stattfindet. An diesem Tag erwartet Ihlienworth auch ein Fernsehteam des NDR: „Ich hoffe auf Aufnahmen an prominenter Stelle", so die Kommentierung des Gemeindedirektors.
Das integrierte ländliche Entwicklungskonzept, kurz ILEK genannt, rückt auch für die Sietlandgemeinde ins Blickfeld. So wies Brauer darauf hin, dass ab 2007 in der EU eine ganz neue Förderkultur Platz greifen werde, an Stelle bisheriger Einzelplanungen nur noch nennenswerte Fördermittel in Regionen ab 30 000 Einwohner flössen. „Alle Samtgemeinden des Landes Hadeln arbeiten hier zusammen", so Brauer. Doch sei dies eine freiwillige Geschichte. „Abschließend müssen wir hier entscheiden, ob wir teilhaben wollen."
Sichtliches Unbehagen bereitete dem Gemeindedirektor ein Erlass des Landkreises über die zukünftige Behandlung von Fehlbeträgen in einzelnen Gemeinden, die bisher über Abdeckung durch die Samtgemeinde ausgeglichen wurden. Diese Praxis sei jetzt von der Landesregierung für unzulässig erklärt worden. Brauer: „Damit kann auf Gemeinden intensiver Druck zukommen, sie könnten in Zwangssituationen steuern." Entschärfend fügte er jedoch hinzu: „Das alles ist noch im Ungefähren." Er hoffe, dass der Erlass konkretisiert oder wieder eingezogen werde.
Der Ihlienworther Bebauungsplan Nr. 11, dessen Aufstellungsbeschluss im Juni vergangenen Jahres unter dem Titel „Ferienhausgebiet" erfolgte und gegenwärtig für die öffentliche Auslegung vorbereitet wird, soll nunmehr „Wassertourismus" genannt werden. Der Rat nahm den Vorschlag des Verwaltungsausschusses einstimmig an mit dem Hinweis auf zukünftige wassertouristische Belange. So weist der Bebauungsplan Rastplätze für Wasserwanderer aus und sieht neben Ferienhäusern auch einen Wohnmobil- und Zeltplatz vor.

Lichtquelle für Schulkinder

Von der Bürgerfragestunde machte vor allem der Medemstader Manfred Schult Gebrauch und bezog sich auf die unzureichende Beleuchtung des kleinen Ortes „mit nur einer Laterne und einer weiteren an der Landesstraße". Konkret forderte er die Beleuchtung der Bushaltestelle, denn in der dunklen Jahreszeit sei dieser Umstand hinsichtlich der Schulkinder mit einem mulmigen Gefühl verbunden. Schult bot sogar an, für die entsprechende Nutzung eine Zuleitung von seinem Anwesen zur Verfügung zu stellen - und erntete letztlich Zuspruch. Allerdings: Eine Laterne im herkömmlichen Sinne, hier nannte Bürgermeister Hoffmeister runde 4000 Euro an Gesamtkosten, wird es nicht geben. Vielmehr schlug Gemeindedirektor Brauer vor, noch einmal die Örtlichkeiten zu prüfen und dann möglicherweise einen Beleuchtungskörper direkt am Buswartehäuschen zu installieren. Immerhin: Schon im Nachtragshaushalt 2005 soll auf Vorschlag aus den Reihen der SPD ein Betrag für diese Maßnahme vorgesehen werden, damit Schulkinder ab Herbst nicht mehr im Dunkeln stehen.
Weniger positiv verlief die Diskussion um einen Radweg zwischen Medemstade und Ihlienworth, auch diese von Manfred Schult angestoßen. Den schlechten Zustand des Weges neben der Landesstraße beklagend (grober Schotter, zuweilen tiefer Untergrund, vor allem aber hoher Pflanzenwuchs), der das Radfahren einer Familie mit Kindern zum Abenteuer werden lasse, musste Gemeindedirektor Brauer klar stellen, dass es sich bei dem Weg im Seitenraum der Straße nicht um einen ausgewiesenen Radweg handelt. Moderat fügte er jedoch an: „Wir wollen mal sehen, ob wir den nicht für Radfahrer zugänglich bekommen können."

Wofür war der denn sonst gedacht ? - Selbst Fussgänger hätten ihre liebe Müh sich durch das Gestrüb den Weg zu Bahnen...
© by S.Stüve 07.07.05
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