Die Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr
nach dem 2. Weltkrieg

1949 wurde Brandmeister Wilhelm Karsten wiedergewählt. Stellvertretender Brandmeister war Ludwig Karsten. Die Feuerwehrkameraden wurden zu dieser Zeit noch durch das Feuerhorn alarmiert. Nach dem ersten Protokoll in der Nachkriegszeit wurde am 24. Mai 1949 beschlossen, eine Sirene anzuschaffen. Die Wehr verfügte zu dieser Zeit über einen Tragkraftspritzenanhänger, der in einem Gerätehaus auf dem Gelände des Pfarrhauses untergebracht war. Am 15. Januar 1950 bezog die Wehr ihr neues Spritzenhaus, eine ehemalige Garage bei der Gemeindeverwaltung. Gleichzeitig wurde dort die erste Sirene, eine ehemalige Luftschutzsirene aus Hamburg, installiert. Die Hornisten konnten ihren Dienst einstellen. Ebenfalls im Jahre 1950 wurde Ernst Petersen stellvertretender Brandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Ihlienworth. In dieser Zeit wurden auch mitgliedschaftliche Regelungen getroffen: »Kameraden, die viermal ohne Entschuldigung dem Dienst fernbleiben, werden ausgeschlossen.« Erstmals sollten auch passive Mitglieder aufgenommen werden. Diese Initiative fand sofort reichlich Zuspruch. Der Jahresbeitrag betrug damals 2,- DM (heute 8,- DM). Im Jahre 1951 gab es bereits wieder einen Wechsel in der Führungsspitze der Feuerwehr. Ernst Petersen wurde zum Brandmeister und Werner Döscher zum stellvertretenden Brandmeister gewählt. Noch im selben Jahr löste Heinrich Köster Werner Döscher ab. Köster nahm das Amt des stellvertretenden Ortsbrandmeisters bis zu seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst im Jahre 1979 wahr. Die Feuerwehrmänner hatten es nicht leicht. Bei Einsätzen mußte zunächst immer erst ein Zugfahrzeug für den Tragkraftspritzenanhänger herangeschafft werden. Überwiegend wurde der Lkw der Firma Walter Erdmann, Osterstraße, eingesetzt. Die Situation führte schon bald dazu, daß der Ruf nach einem schnellen Einsatzfahrzeug, das man bereits 1942 beantragt hatte, immer lauter wurde. Das Vorhaben scheiterte jedoch bisher aus den gleichen Gründen wie heute: es fehlten die Mittel. Die Verhandlungen mit der Gemeinde erwiesen sich als äußerst schwierig, so daß ein Ultimatum gestellt wurde: »Falls bis zum 1. Juli 1952 kein Bescheid über die Anschaffung eines Mannschaftswagens vorliegt, wird die Wehr aufgelöst.«

Lkw mit Tragkraftspritzen-Anhänger

Und es tat sich was. Am 12. Juli 1952 kaufte die Gemeinde von der Firma KartoffelPlath in Cuxhaven für 2500,- DM einen gebrauchten Lkw. Dieser wurde von den Wehrmännern, überwiegend durch Heinrich Köster und Herbert Karsten, an 64 Abenden in 649,5 Stunden zu einem Mannschafts- und Gerätewagen umgebaut. Am 2. November 1952 war es dann endlich soweit. Von 14 bis 15 Uhr stand der neue Wagen zur Besichtigung durch die Bevölkerung zur Verfügung. Anschließend wurde mit den Kameraden eine Probefahrt innerhalb der Gemeinde durchgeführt.


1952: Umbau eines Lkw zum Mannschaft- & Gerätewagen
Herbert Karsten, Heinrich Köster, Harry Eggert, Wolfgang Vietmeyer, F.-W. Lunden
 

Übergabe des Mannschafts- & Gerätewagens am 2.11.1952 durch Bürgermeister Wilhelm Karsten und Kreisbrandmeister Heinrich Meyer

Noch vor Übergabe des Fahrzeuges legte Brandmeister Ernst Petersen sein Amt nieder. Nachfolger wurde Hans-Wilhelm Rüsch.
 

Freiwillige Feuerwehr (1959) sitzend, von links: Alfred Müller, Otto Rieper, Heinrich Köster, Hans Wilhelm Rüsch, Friedrich Wilhelm Lunden, Wilfried Hinke, Heinz Neinsohn; mittlere Reihe: Harry Eggert, Heinrich Springer, Herbert Karsten, Richard Eschholz , HansJoachim Massow, Hans Wierk, Erwin Langkabel, Karl-Heinz Schober, Heinz Schütt; hintere Reihe: Egon Hinsch, Otto Brümmer, Ewald Feil, Detlef Segelke, Alfred Oest, Walter Petersen, Herbert Rosentreter, Reinhard Hinke


  1961 legte der TÜV das Löschfahrzeug still. Die Gemeinde beschloß, zwei neue Fahrzeuge zu kaufen. Ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) der Marke Ford Transit wurde der Wehr im Oktober 1961 übergeben. Die ersten Einsätze mit diesem Fahrzeug fuhren die Kameraden bei der Sturmflut am 16. und 17. Februar 1962. Den Mannschaftstransportwagen, ebenfalls ein Ford Transit, erhielt die Wehr am 1. April 1962. Am selben Tage konnte das neue Gerätehaus in der alten Volksschule eingeweiht werden. Das TSF mußte übrigens 1964 nach einem Totalschaden ersetzt werden.
 

Oktober 1961: Neues Löschfahrzeug TSF 1962 bis 1976: Feuerwehrhaus in der "Alten Schule"

 

Am 23. März 1963 legte Brandmeister Hans-Wilhelm Rüsch sein Amt nieder. Zunächst beauftragte die Gemeinde seinen Stellvertreter Heinrich Köster mit der Führung der Wehr. Am 17. Juli 1963 wurde dann Herbert Karsten zum Gemeindebrandmeister gewählt.

Das 75jährige Jubiläum wurde am 7. und B. Juni 1969 mit einem umfangreichen Programm gefeiert. Der 78jährige Hornist, Ehrenmitglied Peter Lunden, zünftig in der Uniform aus früheren Zeiten, gab mit einem alten Feuerhorn das Signal zum Einsatz für die Wettkampfgruppen. Als Jubiläumsgeschenk übergab Bürgermeister und Ehrengemeindebrandmeister Wilhelm Karsten eine neue Tragkraftspritze TS 8 an seinen Sohn, Gemeindebrandmeister Herbert Karsten. Diese TS versieht noch heute ihren Dienst.


Hornist Peter Lunden

Auszug aus dem Protokoll vom 18. Februar 1967:
»Beim Bericht der Kassenprüfer wurde die fehlende Rückzahlung vom Kameraden ... in die Kameradschaftskasse beanstandet. Es handelte sich um eine Entschädigung für den Brand bei ... Diese Rückzahlung wurde nun mit drei Flaschen Korn beglichen.«

© by S.Stüve 11.01.02
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