Unsere Feuerwehr heute

Durch die Bildung der Samtgemeinde Sietland im Jahre 1972 wurde auch eine Umorganisation im Bereich der Feuerwehr notwendig. Zuständig für die Feuerwehren ist seitdem die Samtgemeinde. Trotz Bildung der Samtgemeindefeuerwehr haben die Ortswehren in den Mitgliedsgemeinden Ihlienworth, Odisheim, Steinau und Wanna ihre Selbständigkeit behalten. Sie unterstehen dem heutigen Gemeindebrandmeister Horst Lunden, Ihlienworth. Vorgänger war von 1974 bis 1989 Ehrengemeindebrandmeister Adolf Schriefer aus Wanna.
Nach dem Rücktritt von Herbert Karsten wurde 1974 Hans-Joachim Massow zum Ortsbrandmeister gewählt. Von 1980-98 wurde die Freiwillige Feuerwehr Ihlienworth von Alfred Thiel geführt. Dessen Nachfolger ist Rolf Hagemann, der dieses Amt auch noch heute(2002) bekleidet. Die Stellvertreter waren Horst Jarck (1980-1986) und Horst Lunden (1986-1992). Von 1992 bis Dezember 2001 hatte Gerd Wierk dieses Amt inne. Sein Nachfolger wurde jüngst Steven Hentschel.
Die Weiterentwicklung der Wehr schritt voran. Längst hatten bei Einsätzen die Hilfeleistungen an Zahl die Brandeinsätze überholt. Die Ausrüstung der Wehr wurde entsprechend angepaßt. Zunächst bezog die Wehr am B. April 1976 ihre heutige Unterkunft, ein neues Feuerwehrhaus hinter dem Rathaus. An diesem Platz stand früher ein Verkaufslager der LABAG. Am 20. Juni 1977 wurde ein neues TSF (Ford Transit) übergeben. Ein von allen Seiten gefordertes Tanklöschfahrzeug konnte nicht angeschafft werden, weil nach den zwischenzeitlich erlassenen Ausrüstungsvorschriften ein Löschgruppenfahrzeug LF 8 vorhanden sein mußte. Dieses erhielt die Wehr am 26. September 1979. Seit 1984 verfügt die Wehr zusätzlich über ein Fahrzeug des Bundes (LF 16 TS). Damit kann die Wehr als Mitglied der Zivilschutzbereitschaft Land Hadeln auch bei überörtlichen Einsätzen im Rahmen des erweiterten Katastrophenschutzes eingesetzt werden.

Der Sprechfunkverkehr und die Sirenenalarmierung durch die Feuerwehreinsatz- und Rettungsleitstelle im Kreishaus in Cuxhaven sind heute selbstverständlich. Umluftunabhängiger (schwerer) Atemschutz, Rettungsschere und Spreizer, Hubzug, Motorsäge gehören zu den unverzichtbaren Arbeitsmitteln. Um für Gefahrgutunfälle gerüstet zu sein, sind jetzt zwei Vollschutzanzüge angeschafft worden.

Damit Fahrzeuge und Geräte im Einsatz beherrscht werden, ist eine intensive Ausbildung aller Kameraden notwendig. Wenn es früher ausreichte, an einem Grundlehrgang im Feuerlöschwesen teilzunehmen, muß heute jeder Kamerad zusätzlich Spezialist in der technischen Hilfeleistung sein. Deshalb wird im Zwei-Jahresrhythmus eine 80-Stunden-Ausbildung in Theorie und Praxis einschließlich Einsatzübungen durchgeführt.

Nach dem Jahresbericht des Ortsbrandmeisters anläßlich der Jahreshauptversammlung am 11. Februar 1994 wurden im Jahre 1993 z.B. insgesamt 24 Übungsabende und 3 Versammlungen durchgeführt. Zusätzlich nahmen die Kameraden am Übungsdienst für die Leistungswettbewerbe und an 3 Alarmübungen teil, und zwar

11.8.93 - Landhandel in Odisheim (zusammen mit den Feuerwehren Odisheim, Steinau, Stinstedt, Bülkau-Bovenmoor)
28.8.93 - Tischlerei Saborowski (mit Neuenkirchen)
16.10.93 - Grundschule Neuenkirchen (mit Neuenkirchen, Nordleda, Osterbruch, Otterndorf).

Die Übungen in Odisheim und Neuenkirchen wurden übrigens durch Realeinsätze unterbrochen.

Mehrere Kameraden haben an Lehrgängen in der Feuerwehrtechnischen Zentrale Cadenberge und an der Landesfeuerwehrschule Loy teilgenommen:

- 2x Grundlehrgang
- 5x Sprechfunklehrgang
- 1x Maschinistenlehrgang
- 2x Atemschutzgeräteträgerlehrgang
- 1x Lehrgang Technische Hilfeleistung
- 3x Truppführerlehrgang
- 2x Gruppenführerlehrgang
- 1x Zugführerlehrgang
 

Schwerpunkt der gegenwärtigen Ausbildung ist der Lehrgang Umweltschutz zur Vorbereitung auf evtl. Gefahrgutunfälle.

In dem Jahresbericht 1993 gab der Ortsbrandmeister zu den Einsätzen folgende Daten bekannt: Die Freiwillige Feuerwehr wurde zu 3 Brandeinsätzen und 15 Hilfeleistungen gerufen. Bei den Hilfeleistungen handelt es sich in erster Linie um Einsätze bei Sturmschäden, bei Verkehrsunfällen oder Ölspuren auf Fahrbahnen.

Der Mitgliederbestand betrug 1994 42 aktive Mitglieder, 6 in der Altersabteilung, 5 Ehrenmitglieder und 368 fördernde Mitglieder.


Freiwillige Feuerwehr im Jubiläumsjahr
vordere Reihe, von links: Rudolf Jäger, Friedrich Oldhafer, Theo Tiedemann, Heinz Schutt, Alfred Oest, Hans-Joachim Massow, Gerd Wierk, Alfred Thiel, Horst Lunden, Friedrich Wilhelm Lunden, Harry Eggert, Wilfried Hinke, Georg Nintzel, Detlef Segelke, Hans-Georg Goos mittlere Reihe: Bernd Wichmann, Axel Jäger, ???, Helmut Schwarz, Manfred Petersen, Karl-Heinz von Twistem, Uwe Thiel, Jürgen Rieper, Steven Hentschel, Herbert Petersen, Rolf Hagemann, Guido Schwarz, Rudolf Schriever, Rainer Buck, Hans-Otto Rasch, Rolf Mingst, Michael Hinsch hintere Reihe: Gerhard Rieper, Ernst Horeis, Hermann Lunden, Olaf Roth, Klaus-Dieter Tegge, Werner Wichmann, Lothar Gerdts, Gerd Böhmke, Peter Wilhelm Rüsch, Heiko Kopf, Maik Meske, Stephan Wierk, Ingo Johanns, Sven Rieper, Björn Prokop

Die Auszüge aus dem Jahresbericht des Wehrführers mögen genügen, um einen kleinen Einblick in die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr Ihlienworth zu geben.
In dem Jahr 1994 stand nun Großes bevor. Die Freiwillige Feuerwehr feierte ihr 100jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlaß war Ihlienworth nach 1958 und 1982 nun zum dritten Mal Gastgeber der »Hadler Feuerwehrtage«. Außerdem wurde ein lang gehegter Wunsch wahr. Zur Jubiläumsfeier konnte ein funkelnagelneues Tanklöschfahrzeug TLF 16/24 in Empfang genommen werden. Damit ist die Freiwillige Feuerwehr Ihlienworth nun noch besser gerüstet, um nach dem Motto Retten - Löschen - Bergen - Schützen Schaden von der Gemeinde und seinen Einwohnern abzuwehren!

© by S.Stüve 10.07.98
zurück