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Den zweiten Platz in der Altersreihenfolge der bestehenden Ihlienworther Vereine nimmt mit jetzt 105 Jahren die Krieger- und Soldatengemeinschaft ein. Schriftlich festgehalten ist eine erste Versammlung von 17 Interessierten am 4.Dezember 1892. Ob dieser Tag damit als Gründungsdatum des Vereins anzusehen ist, scheint mir nicht ganz eindeutig. Kriegervereine hatten zu diesem Zeitpunkt in Norddeutschland schon eine lange Tradition. Die ersten datierten aus dem Jahre 1839. Es schlossen sich darin ehemalige Soldaten zusammen, um die Begräbnisse ihrer verstorbenen Mitglieder in militärischen Formen auszustatten. Die Zulassung von Kriegervereinen und das Zeremoniell bei Beerdigungen waren nach einer bis zum Ersten Weltkrieg gültigen Kabinettsorder bis in die letzten Einzelheiten streng geregelt. Die Ausgestaltung der Beerdigungen bildete aber bald nicht mehr die alleinige Aufgabe der Kriegervereine. Vielmehr entwickelten sie sich zu Vereinigungen, in denen Kameradschaft und Geselligkeit gepflegt sowie gegenseitige Unterstützung geübt wurde. So berichten die Annalen der Krieger- und Soldatenkameradschaft Ihlienworth schon am 27. Januar 1893, wenige Wochen nach ihrer vermutlichen Gründung, vom einem Vereinsvergnügen anläßlich des Kaisers Geburtstag. Viele fröhliche, aber auch besinnliche, ja schmerzliche Stunden waren seither Wegbegleiter der Soldatenkameradschaft Ihlienworth. Die beiden Weltkriege haben hier wie andernorts tiefe Spuren hinterlassen. Als ein herausragendes Ereignis, in der Vereinsgeschichte nach dem großem Blutvergießen 14 / 18, ist die Einweihung eines Ehrenmals am 26 November 1922 anzusehen. Mit Hilfe zahlreicher Spenden und Zuwendungen, darunter 15000 Mark vom Klub der Ihlienworther in Amerika, konnte der Wunsch der Kameradschaft, ein Kriegsdenkmal in Ihlienworth zu bauen, verwirklicht werden. Ab 1944 ruhte die Vereinstätigkeit. erst 1953 fanden sich 12 ehemalige Mitglieder wieder neu zusammen und gründeten die "Krieger- und Soldatenkameradschaft Ihlienworth" neu. Die seit 1981 einmal im Jahr durchgeführten einwöchigen Ausflüge in die schönsten Gegenden Deutschlands sind inzwischen das Ereignis im heutigen Vereinsleben. Da es an schönen Reisezielen zwischen Elbe, Weser und Rhein nicht mangelt, bleibt zu wünschen, daß noch viele Fahrten folgen mögen. |