Hoffmeister vom Rat entlastet

Mehrheit für Bürgermeister
SPD kontert: „Situation nicht verbessert"

Vorgänge aus der Vergangenheit waren ein Thema auf der jüngsten Sitzung des Ihlienworther Gemeinderates. Es ging um die Genehmigung der Jahresrechnungen aus den Haushaltsjahren 1998 und 1999 und der damit verbundenen Entlastung von Bürgermeister HansDieter Hoffmeister.
 
Drei der vier anwesenden SPD-Vertreter stimmten gegen die Entlastung, weil „sich die Situation nicht verbessert habe", wie Hermann Mahler (SPD) betonte. Bei dieser Einschätzung spielten offensichtlich Untersuchungen der Kommunalaufsicht des Landkreises Cuxhaven eine Rolle, bei denen es um haushaltsrechtliche Probleme der Gemeinde Ihlienworth in diesen Jahren ging.
Mit näheren Details hielten sich die Politiker auf der öffentlichen Ratssitzung zurück. Hinter den Kulissen war zuvor jedoch über die Entlastung kontrovers diskutiert worden.
Für die CDU war auf der. öffentlichen Ratssitzung der Fall schließlich klar: Da auch das Rechnungsprüfungsamt keine Einwände gegen die Entlastung des Bürgermeisters habe, seien die Bedenken in jeder Hinsicht ausgeräumt.
Breiten Raum nahm' auf der Sitzung die Diskussion über die Sonderregelung für die Nutzung des Cafes in der alten Meierei durch den Landfrauenmarktverein ein. Die Landfrauen, die ihr Cafe auch außerhalb der Markt-Zeiten öffnen wollen, müssen dafür zurzeit pro Tag 55 Euro zahlen. CDU-Ratsfrau Hannelore Blohm, selbst aktiv im Landfrauenmarktverein, betonte, das der Verein bei der jetzigen Regelung kaum oder im ungünstigsten Fall gar nicht auf seine Kosten komme. Sie forderte einen Tagessatz von 30 Euro. Mehr sei nicht tragbar, das Cafe werde sonst zum Verlustgeschäft.

Rücksicht auf die Wirtschaft

Hermann Mahler von der SPD sprach sich mit Rücksicht auf die örtlichen Wirtschaftsbetriebe gegen eine weitere Ausdehnung des Cafe-Betriebs aus. Auch der Außer-Haus-Verkauf von Torten, mit denen den Bäckern des Ortes erhebliche Konkurrenz bereitet werde, war ihm ein Dorn im Auge. Dennoch seien der Landfrauenmarkt und der Cafe-Betrieb sinnvolle und mittlerweile unverzichtbare Einrichtungen. In die gleiche Richtung argumentierte auch SPD-Fraktionskollege Bernd Siering. Man dürfe nicht „eine Schutzglocke" über den Cafe-Betrieb stülpen. Wie in der freien Wirtschaft müssten auch die Landfrauen ihr Risiko selbst tragen. Er forderte, die Kalkulation genau durchzurechnen. Eventuell müsse man dann eben auch auf erweiterte Öffnungszeiten verzichten.
Schließlich konnten sich CDU und SPD einstimmig darauf einigen, für den kommenden Monat vorläufig einen Tagessatz von 35 Euro zu erheben. Parallel dazu sollen Gespräche mit Vertretern der Ratsfraktionen, der Verwaltung sowie der Werbegemeinschaft WGI stattfinden. Danach soll das Thema erneut auf die Tagesordnung gesetzt werden.
Einstimmig verabschiedet wurde ein Nachtragshaushaltsplan zum Vermögenshaushalt 2002. Dies war erforderlich, da im ursprünglichen Haushaltsplan im Zuge der Euro-Umstellung ein Fehler enthalten war.
Lebhaft diskutiert wurde auch der Erlass einer „Ablösesatzung". Sie gestattet in Zukunft Bauherren, sich von der Verpflichtung zum Bau von Parkplätzen gegen Zahlung eines einmaligen Betrages zu befreien.
Nach langer Diskussion einigten sich die Ratsmitglieder einstimmig darauf, einen Betrag in Höhe von 500 Euro zu erheben. Der Verwaltungsausschuss kann abweichend davon Ausnahmen beschließen.
 

© by S.Stüve 31.05.02
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