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Das Sietland hat's nicht leicht. Nach der heftigen Diskussion um
ein mögliches Biosphären-Reservat folgt nun ein weiterer Schauplatz.
Der Landkreis Cuxhaven legte der Samtgemeindeverwaltung vor zwei
Wochen Vorschläge für ein Kompensationskonzept vor, das nach Meinung
des Samtgemeindedirektors Dirk Brauer auf Widerstand
stoßen wird.
Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Cuxhaven will das
Sietland zu einem Schwerpunkt für ein sogenanntes Großräumiges
Kompensationskonzept der Region Bremen-Niedersachsen machen. Dabei
geht es um mögliche Kompensationsflächen für Vorhaben, die überwiegend
den bremischen Raum tangieren. Benötigt werden Ausgleichsflächen von
rund 10 000 Hektar. Das Planungsbüro hat mit dem Landkreis gemeinsam
nun eine Region ausgeguckt, die sowieso schon arg gebeutelt ist.
Samtgemeindebürgermeister Dirk Brauer, knapp ein Jahr im Amt,
sieht in den Plänen eine negative Entwicklung für das Sietland.
„Wenn diese Pläne umgesetzt werden, dann gibt es nur Nachteile für
die Wirtschaft und die Landwirtschaft. Wir haben die Folgen zu tragen",
so Brauers Kritik. Die Landwirtschaft würde zurückgedrängt, davon
wären wieder Handwerk und Handel betroffen. „Das sind Auswirkungen
in massiver Form", prognostiziert der Bürgermeister.
Eine Schwächung für die gesamte Region
Nach den Plänen wäre das Sietland für die Kompensationsflächen
„wohl erste Wahl", denn mehr als 40 Prozent der gesamten Fläche von
rund 144 Quadratkilometern soll nach dem Vorhaben zum Ausgleich dienen.
Bis Ende des Jahres soll beim Landkreis darüber eine Entscheidung
gefällt werden, doch zuvor haben die Kommunalpolitiker und die
Verwaltung das Wort. Am Mittwoch tagt der Samtgemeinderat in der
alten Hauptschule in Ihlienworth und eine Stellungnahme ist bereits
erarbeitet worden. Über die soll diskutiert und abgestimmt werden.
Darin begründet Samtgemeindebürgermeister Brauer die Ansichten aus
Ihlienworth. So habe das Sietland nur geringe Bindungen zum Raum
Bremen und sei - wie die übrigen Alt-Hadler Gemeinden - eher dem Raum
Hamburg zuzuordnen, Dieser Umstand habe dazu geführt, dass der
Landkreis Cuxhaven neben der Metropolregion Bremen zusätzlich der
Metropolregion Hamburg zugeordnet wurde. „Das Gebiet der
Samtgemeinde Sietland sollte aus dem Betrachtungsraum des
Kompensationskonzeptes herausgenommen werden." Und Brauer setzt
in seiner Stellungnahme noch einen drauf. Auch gerade wegen dieser
geringen Bindungen zum Bremer Raum sei die Samtgemeinde grundsätzlich
nicht bereit, Ausgleichsflächen zur Verfügung zu stellen. „Wenn wir
Flächen zur Verfügung stellen sollten, dann müsste es ja positive
wirtschaftliche Folgen für das Sietlarid haben, die sehe ich nicht,
sondern nur Nachteile."
Sorge um Landwirtschaft
Die Schwächung der Landwirtschaft sei vorprogrammiert, so Brauer.
Sie habe eine große Bedeutung für die Region. Der Bürgermeister
warnt deshalb auch vor „Preistreiberei", denn wenn nur einzelne
Betriebe ihre Flächen verkaufen würden, dann sei auch die Existenz
oder zumindest die wirtschaftliche Fortentwicklung der nicht
verkaufsbereiten Betriebe bedroht. Kaufkräftige Konkurrenten trieben
dann die Preise für landwirtschaftliche Flächen in die Höhe. Auch
wäre durch Verkauf ganzer Höfe ein finanzielles „Mithalten" nicht
mehr möglich. Weitere Risiken bestünden auch durch das nahe
Heranrücken von Naturflächen an Nutzflächen. Brauer: „Schon heute
ist auf zahlreichen stillgelegten sowie extensivierten Flächen
beispielsweise eine Zunahme von Disteln zu beobachten."
Hinzu komme auch noch, dass die Samtgemeinde Sietland selbst
Flächen für die Kompensationsmaßnahmen benötige. „Stellen Sie sich
mal vor, die Samtgemeinde müsse bei der Suche nach
Kompensationsflächensuche in Konkurrenz zu finanzkräftigen
ortsfernen Planungsträgern treten", so Brauer in die Zukunft blickend.
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