Der Haushalt im Sietland hat "Bodenhaftung"

Zufriedenheit des Samtgemeindedirektors über
„erhebliche Verbesserung des strukturellen Defizites"

Samtgemeindebürgermeister Dirk Brauer will nicht ins allgemeine Lamentieren einsteigen. Zwar besteht für die Sietland-Finanzen wohl auch in den kommenden Jahren keinesfalls Grund, in Euphorie auszubrechen, doch angesichts der gerade einstimmig verabschiedeten Etats meint Brauer zufrieden: "Für uns sehen die Haushaltsdaten nicht schlecht aus. Der Boden ist erreicht."
Der Samtgemeindedirektor spricht mit unverhohlener Freude von einer erheblichen Verbesserung des strukturellen Defizites um 300 000 Euro auf 2 Millionen Euro. Möglich sei dies gewesen durch die höhere Samtgemeindeumlage sowie Sparanstrengungen beim Personal. Durch Umstrukturierung und nicht Neubesetzungen seien 1,7 Stellen eingespart worden.

Investitionen ohne Kredit

Dennoch - und das wird sich wohl auch in absehbarer Zeit im Sietland nicht ändern - klafft im Verwaltungshaushalt eine ziemliche Lücke zwischen den Einnahmen (3,88 Millionen Euro) und den Ausgaben (7,85 Millionen Euro). Eine Lage, die Bürgermeister Brauer als „nach wie vor ernst" bezeichnet, gleichzeitig aber relativiert: „Wir mühen uns nach allen Kräften, das Dilemma zu verbessern und das Defizit zu drücken." Als mögliches Zeichen gegen den Negativ-Trend zu steuern sehen die Sietländer in Verbesserungsmaßnahmen in die regionale Wirtschaftsstruktur wie das Moorerlebnisangebot. Solche Investitionen müssen ohne Kreditaufnahme getätigt werden, denn grundsätzlich sind weitere Kredite den verschuldeten Sietländern von der Kommunalaufsicht untersagt. Da kommt es gerade zu pass, dass die Bezirksregierung 320 000 Euro für das Moorbahnprojekt bewilligt hat und eine Förderung von mindestens 150 000 Euro aus GA-Mitteln des Landes zugesichert ist. Diese Investition in den Tourismus ist auch wesentlicher Punkt im Vermögenshaushalt, der sich in Einnahme und Ausgabe auf 1,263 Millionen Mark (?!?) beläuft.
Die am Dienstagabend in der Alten Hauptschule in Ihlienworth abgehaltene Samtgemeinderatssitzung unter Leitung von Hans-Dieter Hoffmeister (CDU) verlief überaus harmonisch und zügig. Nicht nur, dass der Haushalt einstimmig abgesegnet wurde. Ohne Gegenstimme wurde auch die Abwassersatzung neu festgelegt. Die Sietländer müssen jetzt anstatt 2,45 Euro pro Kubikmeter Wasser 2,95 Euro berappen. Hintergrund sind gestiegene Kosten sowie die Verpflichtung, kostendeckend zu arbeiten.

© by S.Stüve 19.12.02
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