Dirk Brauer überragender Sieger im Sietland

Dirk Brauer CDU 59,19%
Hans-Jürgen Klein Grüne 12,03%
Jutta Geisler FDP 6,99%
Karl-Wilhelm Hinsch Parteilos 21,76%


 
Von Frank Lütt

Ihlienworth. Dirk Brauer ging locker und entspannt mit seiner Familie gestern Morgen in sein Wahllokal in Hemmoor. Und voller Zuversicht kündigte der Parteilose auf der CDU-Liste an, dass er im Sietland gewinnen wird; und dafür noch nicht einmal eine Stichwahl benötigt. Der Verwaltungsbeamte des Landkreises Cuxhaven hatte Recht: Er holte 59,19 Prozent der Stimmen.

  Die vier Kandidaten für das Amt des eingleisigen Samtgemeindebürgermeisters waren gestern, alle optimistisch. Für Unruhe sorgte noch ein „Informationsblatt" der Sietländer SPD, das per Post an alle Haushalte ging. Darin gab es unter anderem scharfe Angriffe gegen den Kandidaten Dirk Brauer. Dennoch blieb Dirk Brauer gelassen. „Ich gehe davon aus, dass ich die Mehrheit erreiche." Er habe die Wähler auf vielen Veranstaltungen überzeugt, dass ein Verwaltungsfachmann Samtgemeinde-bürgermeister werden müsse. Und: „Obwohl die SPD mich am Sonnabend mit ihrem Flugblatt noch persönlich herabgesetzt hat, bin ich bereit, mit ihnen zusammenarbeiten." Es sei fraglich, ob die SPD nach diesem Vorfall auf ihn zugehen werde. „Aber im Interesse der Sache steht mein Angebot."
  Um l9 Uhr stand das Ergebnis fest. Brauer hatte zwar mit dem Sieg gerechnet, doch 59,19 Prozent hätte er nie erwartet. „Ich bin unheimlich glücklich. Ich danke allen Sietländern, die mich in dieser großen Zahl gewählt haben." Auch die FDP-Kandidatin Jutta Geisler hielt offenbar nichts von dem SPD-Flugblatt: „Wir wollen keinen Krieg, wir müssen doch zusammenarbeiten." Aber ein Votum für den CDU-Kandidaten war das nicht. Denn Geisler betonte ges-

Kalli Hinsch vorm Wahllokal

Dirk Brauer in Hemmoor
Herr Klein im Wahllokal

Katzenmama Geisler bei ihrer Stimmenabgabe in Ihlienworth

tern Morgen: „Natürlich will ich siegen. Sonst wäre ich gar nicht angetreten." Außerdem habe sich die Ihlienwortherin gewünscht, dass jemand aus der Unternehmerschaft die Wahl gewinnt. Es wurde aber der Verwaltungsmann Brauer. Geisler, die sich über ihre 6,99 Prozent freute: „Nun bleibt noch mehr Macht in den Händen der Verwaltung. Ich hoffe, Herr Brauer wird das, was im SPD-Flugblatt stand, alles sauber aufarbeiten." Hans-Jürgen Klein (Bündnis 90/Die Grünen) prognostizierte gestern Morgen eine Stichwahl. „Das ist aber das weiteste der Gefühle, was man voraussagen kann." Bei der Premiere für die Eingleiserwahl gebe es keine Erfahrungen, auf die man zurückgreifen könne. Die Diskussion um Planungen für ein Biosphärenreservat sieht Klein nicht als Dämpfer für sich an. Und der Grüne erhielt immerhin 12,03 Prozent. „Mit diesem Ergebnis kann ich leben." Den Kontrahenten Brauer könne man nur beglückwünschen. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass er das im ersten Wahlgang schafft." Eine Stichwahl erwartete auch Karl-Wilhelm Hinsch, der als Parteiloser antrat, aber von der SPD unterstützt wurde. In zwei Wochen ein Duell Hinsch gegen Brauer, war die Einschätzung des ehemaligen Ihlienworthers, der in Lauenburg lebt. Zum Wahlkampfes sagte er: „Ich habe keine arrogante Äußerung losgelassen, wie 'Ich bin der Fachmann'." Gestern Mittag, nach dem Hinsch alle Wahllokale in Ihlienworth besucht hatte, war er sieges-gewiss beziehungsweise glaubte an die Stichwahl. Doch es kam anders. Hinsch mit 21,76 Prozent am Wahlabend: „Ich bin sehr enttäuscht. Ich bin vollkommen leer." Nun hoffe er nur, dass das Sietland nicht untergeht und auf andere Samtgemeinden aufgeteilt wird.

© by S.Stüve 10.09.01
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