"Große Lösung ist in der Praxis nicht realisierbar"

Diskussion über Moorbahn-Projekt / Schwanemann: „Wir waren nicht untätig"

Ihlienworth : Die Diskussion um das Moorbahn-Projekt im Ahlenfalkenberger Moor hält an. Jetzt äußerte sich Sietlands stellvertretender Samtgemeindedirektor Maik Schwanemann in einer weiteren Stellungnahme zu diesem Thema. Schwanemann unterstreicht in seiner Stellungnahme, dass vom Naturschutzamt des Landkreises Cuxhaven die Erstellung eines Leitbildes für eine naturverträgliche Erholungsnutzung für Teilbereiche in den Samtgemeinden Bederkesa, Sietland und der Stadt Langen in Auftrag gegeben worden sei. In dieser Beispielstudie der Firma BTE wird unter anderem die Errichtung einer Moorbahn zwischen Ahlenfalkenberg und Flögein als so genannte „große Lösung" angeregt. Dieses Konzept findet Schwanemann in der vorliegenden Form „weder attraktiv noch finanzierbar". Der dortige Streckenverlauf sei weder auf Anregung der Kommunen noch der Verkehrsvereine entstanden. Vielmehr hätte sich das Gutachterbüro den strikten Vorgaben des Naturschutzamtes angepasst. Alle Beteiligten seien sich mittlerweile darüber einig, „dass das BTE-Konzept eine Nummer zu groß ist".
Schwanemann: „Projekt ist kurzfristig realisierbar"
Aus diesem Grunde entwickelten die Samtgemeinden Sietland, Bederkesa, Hadeln und die Stadt Langen zusammen mit dem Torfwerkseigentümer Lutz Eichler zurzeit ein umsetzbares Konzept als vorläufige „kleine Lösung", mit der Option, das Projekt später zu erweitern. Die notwendigen ersten Schritte für eine kurzfristige Umsetzung seien bereits vollzogen worden. Auch die Finanzierung zum grundsätzlichen Erhalt der Moorbahn sowie der Errichtung eines Info-Zentrums bezeichnet. Schwanemann als gesichert. Deshalb stehen für ihn die Fragen nach Finanzierung und Dringlichkeit des Vorhabens nicht im Vordergrund. Für ihn ist wichtiger, wie die weiterführenden Schritte zum Ausbau dieses Gästeangebotes aussehen könnten, um den Belangen der Beteiligten gerecht zu werden. Wenn nunmehr zunächst eine attraktive „kleine Lösung" unter gezielter Einbeziehung des Naturschutzgebietes gefunden werden kann - wie es an anderen Moorbahn-Standorten bereits der Fall sei - seien sicherlich neben Fördermitteln der öffentlichen Hand auch Privatpersonen bereit, einem Förderverein beizutreten und damit das Vorhaben durch Eigenleistung oder finanzielle Zuwendungen zu unterstützen. Die Ansicht, dass die Samtgemeinde für das Moorbahn-Projekt bislang zu wenig Initiative ergriffen hat, teilt Schwanemann übrigens nicht: „Ich kann den Vorwurf einer Untätigkeit der Samtgemeinde so nicht im Raum stehen lassen."
Schwanemann-Kritik am Wannaer Ortsheimatpfleger
Kritik übt Schwanemann am Wannaer Ortsheimatpfleger Adolf Schumacher: „Es hilft der Sache sicherlich wenig, wenn sich der Wannaer Ortsheimatpfleger zwar nach eigenen Aussagen für den Erhalt der Moorbahn einsetzt, aber selber nicht für die Sache aktiv wird."
© by S.Stüve 16.08.01
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