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Ihlienworth. Konkurrenz belebt die Politik. Jutta Geisler, seit Jahren streitbare Liberale, kennt das nur zu gut. Für Landtags- und Bundestagswahlen kandidierte sie schon mehrfach. Jetzt strebt die 56-jährige FDP-Frau ins Bürgermeisteramt der Samtgemeinde Sietland. ![]() Nachdem Dirk Brauer für die Christdemokraten ins Rennen geht, Karl-Wilhelm Hinsch auf der SPD-Liste auf Stimmenfang geht, meldet nun auch Jutta Geisler ihre Kandidatur an. Von ihren Parteifreunden wurde sie jetzt nicht nur als Vorsitzende des Ortsverbandes Sietland wiedergewählt, sondern auch einstimmig als Bürgermeister-Kandidatin nominiert. Jutta Geisler ist ein liberales Urgestein. Viele Ämter in ihrer Partei bekleidete sie in mehr als 15 Jahren in der FDP. Ratsfrau in Ihlienworth, Mitglied im Landesvorstand der FDP, Mitglied in mehreren Ausschüssen des Landkreises, Kreisvorsitzende der FDP, Mitglied im Landesfachausschuss Innen und Recht und nicht zuletzt Mitglied im Bundesvorstand der Vereinigung Liberaler Kommunalpolitiker. Diese langjährigen politischen Erfahrungen hätten sie nun bewogen, sich zur Verfügung zu stellen, so Geisler gegenüber der Niederelbe-Zeitung. Was Jutta Geisler besonders ärgert: „Es kandidieren immer nur Verwaltungsbeamte, die sich für jede politische Aufgabe freistellen lassen, ohne irgendeinen finanziellen Verlust." Und weiter: „Die Bürgermeisterkandidaten gehen einen einfachen Weg." Zu viel Verwaltung Jutta Geisler wird noch deutlicher: „Die nutzen die Möglichkeiten der politischen Parteien aus, um sich für sie als Kandidaten aufstellen zu lassen, betonen aber immer wieder und bei jeder sich ihnen bietenden Gelegenheit, ihre Parteilosigkeit." Was Jutta Geisler noch mehr auf die Palme bringt: In den vergangenen Jahren hat sich der öffentliche Dienst mit Hilfe der politischen Mandatsträger in allen Ausschüssen und Arbeitsgremien breit gemacht und ist dadurch an Gesetzgebung und Gesetzesflut maßgeblich beteiligt. „Von bürgernaher Politik kann keine Rede sein", kritisiert Geisler. Viele Berufsgruppen seien nicht mehr an Entscheidungen auf jeder Ebene vorhanden, das Ergebnis sei eine Vielzahl von Nichtwählern und geringe Wahlbeteiligungen. „Ich will verhindern, dass sich die Verwaltung unkontrollierbar politisch verselbstständigt und vom Bürger nicht mehr verstanden wird." Bürgernahe Einbindung Die Hauptaufgabe eines eingleisigen Bürgermeisters sei die Vermittlung zwischen Bürgern und Verwaltung, so Jutta Geisler. Daran möchte die gelernte Hauswirtschafterin arbeiten. Wichtigste Punkte im Falle einer Wahl nennt sie den Schuldenabbau in der Samtgemeinde und die bürgernahe Einbindung der Gemeinden Wanna, Odisheim und Steinau in die Samtgemeinde Sietland, deren Sitz Ihlienworth ist. Das bedürfe einer umsichtigen Planung und Beteiligung der Bürger. In Versammlungen will Jutta Geisler ihre Vorstellungen einer bürgernahen Politik im Sietland deshalb bis zum 9. September erläutern. „Ich will damit zu einem Stück mehr Demokratie beitragen." |
© by S.Stüve 12.06.2001