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Eigentlich hätte die Kandidatur von Karl-Wilhelm Hinsch zum Bürgermeisterkandidaten für die Samtgemeinde Sietland nicht unbedingt für Aufsehen gesorgt. Wäre da nicht ein merkwürdiger Umstand. Als sich Hinsch nämlich am 21. März dieses Jahres bei der SPD als Kandidat in den Ihlienworther Bürgerstuben empfahl, war er „offiziell" noch Mitglied bei den Christdemokraten. Rückwirkend ist nun sein Austritt bestätigt worden, doch für Verwirrung sorgte er allemal.
Gerade die Sietländer Kommunalpolitiker haben einschlägige Erfahrungen mit Mitgliedschaften in Parteien gemacht, musste doch aus diesem Grunde ihre Wahl zum Samtgemeinde- und Gemeinderat vor knapp zwei Jahren wiederholt werden, weil die Wahl 1996 nicht rechtens war. Damals ging es um Peter Wilhelm Rusch, der nämlich kandidierte für die SPD auf der
Liste, war aber „offiziell" noch Mitglied in der FDP.
Georg Haar war bass erstaunt über die Hinsch-Kandidatur
Und nun ist scheinbar wieder eine große Panne im Sietland passiert. Georg Haar, Samtgemeinde-verbandsvorsitzender der Sietländer CDU, las nämlich in der Niederelbe-Zeitung von der Hinsch-Kandidatur auf der SPD-Liste und war bass erstaunt, schließlich war Hinsch zu dem Zeitpunkt noch registriertes Mitglied der Christdemokraten. Davon wollte Georg Haar zwar nicht viel Aufhebens machen, rief bei der Kreisgeschäftsstelle der CDU an und bat um Aufklärung. Doch auch dort stand Hinsch noch in der Liste.
Zwischenzeitlich hatte Hinsch im März eine Einladung zur CDU-Mitgliederversammlung nach Steinau erhalten, die sollte am 10. April dieses Jahres stattfinden. Daraufhin wurde der frisch gekürte
Kandidat auf der SPD-Liste aktiv und schrieb am 2. April 2001 an Georg Haar. Dabei verwies er darauf, dass er dem Schatzmeister der CDU, Claus Horeis, in Ihlienworth bereits mit Schreiben vom 14. März 2000 die Mitgliedschaft gekündigt hätte.
Beiträge noch bis zum Jahre 1999 bezahlt
Wörtlich steht nach Informationen der Niederelbe-Zeitung in dem Schreiben: „...mich aufgrund meines Schreibens aus 1999 (Datum nicht mehr bekannt) mit Ablauf des Kalenderjahres 1999 von der CDU- Mitgliederliste zu streichen". Beiträge hätte er für das Jahr 1999 gezahlt, somit sei er ab 1. Januar ;
2000 nicht mehr Mitglied der CDU. ] „Damit war für mich die Sache " erledigt", so Hinsch gegenüber ] unserer Zeitung. Auch machten ihn die ständigen Einladungsschreiben der Christdemokraten nicht stutzig, die habe er immer zurückgeschickt, versicherte Hinsch gegenüber
unserer Zeitung. Gewundert habe er sich jedenfalls nicht - aber nachgehakt auch nicht. Erst als die Kandidatur auf der SPD-Liste anstand, schrieb Hinsch den Brief. Doch das sei Schnee von gestern, ebenso die Tatsache, dass er im Jahr 1996 noch auf der CDU-Liste für den Samtgemeinderat kandidierte. Die CDU-Kreisge-schäftsführerin Angela Ott jedenfalls bestätigte die schriftliche Kündigung vom 2. April dieses Jahres rückwirkend zum 31. Dezember 1999.
Meinung vom März revidierte Hinsch gegenüber der NEZ
Im Gespräch mit unserer Zeitung am Abend seiner Nominierung hatte Hinsch unterstrichen, dass er „auch einmal Mitglied in der CDU gewesen sei", doch das sei lange her. Vielmehr liebäugele er mit der SPD. Im Gegensatz zu seinen Aussagen vom Nominierungsabend gegenüber unserer Zeitung, er wolle „vielleicht sogar der SPD beitreten",
rückte Hinsch - nachdem er nun auch Anfang April offiziell aus der CDU ausgetreten war - von diesem Vorhaben ab. Jedenfalls teilte er dies unserer Zeitung am 18. April • mit. Er wolle nicht den Eindruckerwecken, dass er nach seiner Wahl zum Samtgemeindebürgermeister der SPD beitreten wolle.
Hinsch will im Falle seiner Wahl auch keiner Partei beitreten
Vielmehr, so schrieb Hinsch, wolle er als parteiloser Kandidat antreten, wie es auch bei Dirk Brauer der Fall sei. Brauer steht bekanntlich auf der CDU-Liste. Hinsch wörtlich gegenüber der NEZ: „Um aus meiner Sicht eine optimale Funktion des Bürgermeisters zwischen Verwaltung, Bürgern und den Ratsvertretern darstellen zu können, werde ich im Falle einer Wahl weder der SPD noch der CDU oder einer anderen Partei beitreten."
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