SPD im Sietland präsentiert nun eigenen Kandidaten

Parteiloser Karl-Wilhelm Hinsch (38) will 'kein Verärgerungskanditat' sein.


Ihlienworth (hei): Zunächst hatte die SPD im Sietland den Kanditaten Dirk Brauer
als eingleisigen Bürgermeisterkandidaten  mit favorisiert. Der steht als Parteiloser auf
der CDU-Liste (wir berichteten) und die SPD war sauer. Sie suchte einen eigenen
Kandidaten und fand ihn in Karl-Wilhelm Hinsch. Der ebenfalls Parteilose wurde
am Mittwochabend von den Sozialdemokraten nominiert.

Rund ein Dutzend SPD-Mitglieder waren in die Ihlienworther Bürgerstuben gekommen,
um Ihren Kandidaten zu küren und anschließend der Presse zu präsentieren. Die
Präsentation nahm Karl-Wilhelm Hinsch im Gespräch mit der Niederelbe-Zeitung
dann auch gleich selbst in die Hand.
Ob er in die SPD eintrete, das mochte Hinsch noch nicht voraussagen. Fest steht nur
für ihn: "Ich bin kein Verärgerungskandidat, ich möchte vielmehr in meine alte Heimat-
gemeinde  zurückkommen." Deshalb will Hinsch die 'schwarze Mehrheit' im Sietland
knacken und als eingleisiger Bürgermeisterkandidat gegen den hochkarätigen CDU
-Favoriten Dirk Brauer aus Hemmor antreten.
Für Hinsch eine Herausforderung, die er umgehend annehmen will. Wie der SPD
-Vorsitzende Jens Grauschopf bemerkte, brauche das Sietland neue Leute. Da sei
Hinsch genau der richtige Kandidat.

Der 38-jährige "Kalli"-Hinsch ist in Ihlienworth kein Unbekannter, denn hier wuchs
er auf, hat auch heute noch viele familiäre Bande ins Sietland. Hier ging er zur Schule,
absolvierte seine Verwaltungslehre beim Wasser-und Schifffahrtsamt in Cuxhaven,
bildete sich dort mit der zweiten Verwaltungsprüfung fort und ging als Sachbearbeiter
vor zehn Jahren zum Wasser- und Straßenbauamt nach Magdeburg und ist seit 1995
beim Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg für Schifffahrtspolitische Angelegenheiten
zuständig. Mit seiner Familie - Frau Renate und den beiden Kindern Lisa-Marie und
Dominik - lebt Hinsch in Lauenburg.

Er gründete im Sietland den Bayer München Fußball-Fanclub und "war auch einmal
Mitglied in der CDU", wie er der NEZ erzählte. Doch die Zeiten seien vorbei, längst
liebäugelte er mit der SPD, in die er vielleicht sogar eintreten wird. "Mit Elan werde
ich in den Wahlkampf gehen", verspricht der gesellige Hinsch.

Als Themenschwerpunkte für den Wahlkampf nannte Hinsch den Tourismus im
Sietland und die katastrophale Haushaltslage der Samtgemeinde. Auch will sich der
von Geburt an Contergan-Geschädigte Hinsch für die Belange von Schwerbehin-
derten einsetzen.
 
 
 

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