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Die ungeheure Not im Nachkriegsdeutschland, wer von den Älteren erinnert sich nicht an die Hungerjahre 1946 und 47, ließ einige der durch den Krieg am schlimmsten Betroffenen handeln. Aus der Erkenntnis heraus, daß ihre Lage nur mit Hilfe einer Gemeinschaft zu meistern sei, riefen sie bald nach dem 8.Mai 45 den Reichsbund ins Leben. Diese Idee fand auch in Ihlienworth Anklang. Hier wurde am 1. November 1947 eine Ortsgruppe des Reichsbundes gegründet. Ihr erster Vorsitzender, Karl-Heinz Fischer, leitete sie bis 1955, danach übernahm das Amt Hans-Wilhelm Rüsch. Hinter dem etwas langem Namen des Reichsbundes, Jüngere spricht er kaum noch an, verbirgt sich ein großes Stück dunkler deutscher Nachkriegs- und Kriegsgeschichte, einer Geschichte über das Elend von Millionen von Menschen, die den Krieg zwar überlebten, der ihnen in der Mehrzahl aber buchstäblich alles genommen hatte: Gesundheit, Angehörige, die Existenz, Hab und Gut und in vielen Fällen die Heimat dazu. Ihr Bund, der sich schnell zu einem starken, nicht zu überhörenden Instrument entwickelte, ermahnte den Staat immer wieder, seinen Verpflichtungen den sozial Schwächsten nachzukommen. Mit Erfolg zu erinnern und für die Interessen dieser Menschen zu kämpfen, ist auch heute noch die vornehmste Aufgabe des Reichsbundes. Die Notwendigkeit ist unbestritten. Ohne ständiges Mahnen ist unsere Zeit mit Vergessen und Verdrängen nur zu schnell bei der Hand. |